(Text: Susanne Mendack) (Fotos: Museum Wiesbaden)
Noch bis zum 26. April 2026 zeigt das Museum Wiesbaden die Ausstellung „Feininger, Münter, Modersohn-Becker … Oder wie Kunst ins Museum kommt“.
In der Schau wird die bewegte Geschichte der in über 100 Jahren aufgebauten Sammlung der Klas-sischen Moderne des Museums Wiesbaden gezeigt. Bedeutende Expressionisten wie Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Ida Kerkovius und Max Pechstein wie auch selten ausgestellte Künstlerinnen wie Erma Bossi, Elisabeth Epstein oder Ilona Singer warten darauf, entdeckt zu werden. Dabei wird museale Arbeit sichtbar gemacht und die Geheimnisse hinter diesen bedeutenden Sammlungszuwächsen aufgedeckt.

Als der repräsentative Neubau des Museums Wiesbaden im April 1915 eröffnet wird, ist die Kunst der Klassischen Moderne (um 1900—1950) mit ihren expressiven, abstrakten und neusachlichen Tendenzen hochaktuell und zeitgenössisch. Schon damals profitiert das Haus vom Engagement einzelner privater Personen, etwa von Heinrich Kirchhoff oder Hermann Pagenstecher, die ihre reichhaltigen Sammlungen in den Räumen des Museums dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich machten.

Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten ändert sich die Situation gravierend: Nach dem Zweiten Weltkrieg ist durch Beschlagnahme-Aktionen des Terrorregimes von der inzwischen tatsächlich „klassisch“ gewordenen Moderne und einstigen Avantgarde kaum etwas übriggeblieben. Erneut sind es engagierte Bürgerinnen und Bürger, die mit großzügigen Schenkungen, Stiftungen oder durch testamentarische Verfügungen dazu beitragen, die Bestände wiederaufzubauen oder substanziell zu erweitern.

Nun sollen diese bedeutenden Schenkungen und ihre dahinter verborgenen Geschichten vorgestellt werden: Den Impuls dazu gab eine so umfangreiche wie qualitätvolle Kollektion zur Epoche der Klassischen Moderne, die ein Wiesbadener Privatsammler über viele Jahre hinweg zusammengetragen und dem Museum 2018 testamentarisch zugesichert hat.
