(Text: Simone Huhn | Fotos: Kunsthalle Mannheim)
Die Kunsthalle Mannheim rekonstruiert ihr expressionistisches Erbe – mit Meisterwerken, Leihgaben einst beschlagnahmter Werke und einem kritisch zeitgemäßen Blick.

Die Kunsthalle Mannheim gehörte zu den ersten Museen, die expressionistische Kunst sammelten. Doch ab 1937 wurde ein großer Teil dieser frühen Sammlung von den Nationalsozialisten beschlagnahmt und so erheblich dezimiert. Trotz dieser Verluste beherbergt das Museum bis heute bedeutende Meisterwerke dieser Zeit. Diese werden noch bis zum 11. Januar 2026 in den Mittelpunkt der Sonderausstellung Kirchner, Lehmbruck, Nolde – Geschichten des Expressionismus in Mannheim gerückt und in den Kontext nationaler wie internationaler Leihgaben einst beschlagnahmter Objekte gesetzt.


Gegenüberstellungen und Vergleiche
Insgesamt zeigt die Ausstellung 50 Gemälde, 30 Skulpturen und 100 Grafiken. Ein wesentlicher Teil der gezeigten Werke aus Privatbesitz stammt aus der Sammlung Fuchs-Werle, aus der unter anderem Gemälde von Erich Heckel, Alexej von Jawlensky, Ernst Ludwig Kirchner, Oskar Kokoschka, Otto Mueller, Max Pechstein, Emil Nolde, Karl Schmidt-Rottluff und Gabriele Münter zu sehen sein werden. Die Werke werden dabei in neue Beziehungen zueinander gesetzt. Die Gegenüberstellungen eröffnen frische kunsthistorische Lesarten und pointierte Vergleiche.
Während ein Schwerpunkt dem Maler und Bildhauer Wilhelm Lehmbruck und der Mannheimer Sammlung seines einstigen Mäzens Sally Falk gewidmet ist, wird besonders bei den graphischen Arbeiten der Ausstellung die Darstellung des „Fremden“ und „Exotischen“, also die Aneignung außereuropäischer Kultur durch die Künstler, kritisch bewertet.
Begleitet wird die Schau von einem umfangreichen Rahmenprogramm, in dem die Geschichten des Expressionismus in Mannheim beleuchtet werden.
Kunsthalle Mannheim
Kirchner, Lehmbruck, Nolde. Geschichten des Expressionismus in Mannheim
Bis 11. Januar 2026
www.kuma.art
