(Text: Michael Raschke)
Direkt am Alpsee, in unmittelbarer Nachbarschaft zu Neuschwanstein und Hohenschwangau, verbindet das AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa historische Bausubstanz mit zeitgemäßer Hotellerie.
Noch vor dem Eintritt ins AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa ist man mitten in einer Szenerie, die so nur hier funktionieren kann. Wenige Meter vom Hoteleingang entfernt warten Pferdekutschen auf ihre Fahrgäste, bereit für den Weg hinauf zu Schloss Neuschwanstein. Das Bild ist vertraut, beinahe ikonisch – und doch, genauer betrachtet, ein leises Zeichen der Gegenwart: Die Kutschen rollen heute elektrisch unterstützt, behutsamer, zeitgemäßer, ohne den Zauber zu zerstören. Es ist eine dieser Übergangszonen zwischen gestern und heute, in denen man ahnt, was dieses Hotel ausmacht.

Foto: Wolfgang Stahr
Das Hotel liegt direkt am Alpsee, zwischen Wasser, Wald und steilen Wegen, die in kurzer Zeit hinaufführen zu den Schlössern Hohenschwangau und Neuschwanstein, die vom Hotel aus zu sehen sind. Wer hier eincheckt, findet einen wohltuenden Gegenpol zum häufigen touristischen Gewimmel draußen. Mit 136 Zimmern und Juniorsuiten, mehreren Restaurants, einem großzügigen Spa- und Wellnessbereich sowie Tagungs- und Veranstaltungsräumen ist das Haus dabei deutlich mehr als ein romantisches Hideaway – es ist ein vollwertiges Resort, das sich seine Ruhe bewahrt. Ein Haus mit historischer Bausubstanz und zeitgemäßer Hotellerie.

Foto: Michael Helmer
Kulturelles Erbe der Wittelsbacher
Entstanden ist es auf historischem Grund, gebaut und finanziert vom Wittelsbacher Ausgleichsfonds, jener Stiftung des ehemaligen bayerischen Königshauses, die bis heute Verantwortung für kulturelles Erbe übernimmt. Ziel war es, die Region rund um Neuschwanstein nicht nur touristisch zu nutzen, sondern dauerhaft aufzuwerten. Das Ergebnis ist kein Themenhotel, sondern ein Haus, das Geschichte als Substanz begreift.

Foto: Wolfgang Stahr
Architektonisch gleicht das Ameron einem langen, erzählenden Gang. Drei historische Gebäude – Alpenrose, Lisl und Jägerhaus – wurden mit den zwei Neubauten Galeria und Seehaus verbunden. Man wechselt die Trakte wie Kapitel, spürt Unterschiede, ohne Brüche zu erleben. Mal knarren Stufen, mal öffnen sich moderne Übergänge, immer wieder lenken Fenster den Blick nach draußen. Es ist ein Ensemble, das nicht auf Effekt setzt, sondern auf Kontinuität.

Foto: Wolfgang Stahr
Eine wunderbare Juniorsuite im Trakt Alpenrose erzählt viel über den Umgang des Hauses mit seinem Erbe. Sie ist großzügig geschnitten, mit freistehender Badewanne in einem Bad, das eher Raum als Funktion ist. Und dann der Balkon: mehrfach zugänglich, sogar vom Bad aus – und doch nicht betretbar. Der Denkmalschutz macht eine Restaurierung unmöglich. Aber auch so ist der Blick auf den Alpsee und die umliegenden Berge umwerfend. Es bleibt also nur eine kleine Einschränkung, die weniger als Verzicht wirkt denn als Erinnerung daran, dass nicht alles optimiert werden muss. Hier darf Geschichte Geschichte bleiben.

Foto: Wolfgang Stahr
Ein Urlaubshotel als Treffpunkt
Dass das Ameron zur Althoff-Gruppe gehört, merkt man weniger an Inszenierung als an Haltung. Die Gruppe steht für eine Form der Gastlichkeit, die auf Präzision statt Pathos setzt, auf leisen Service und klare Standards. Auch hier wird nichts demonstriert, sondern umgesetzt. Die gastronomischen Angebote verteilen sich auf mehrere Häuser und Stimmungen: vom legeren Restaurant bis zur feineren Küche, ergänzt durch eine einladende Bar. Hinzu kommen vier Tagungsräume und ein Ballsaal – Details, die im Alltag kaum auffallen, aber erklären, warum das AMERON nicht nur Urlaubshotel, sondern auch Treffpunkt ist.

Foto: Wolfgang Stahr
Die Historie der Gebäude ist bewegter, als man es hinter den heutigen Fassaden vermuten würde. Die Alpenrose etwa begann Ende des 18. Jahrhunderts als Bräuhaus, wurde königliches Hofhotel, Lazarett, Flüchtlingsunterkunft, Altersheim. Auch Lisl und Jägerhaus waren Hotel, Notquartier, Sanierungsfall. Dass all diese Nutzungen heute in einem stimmigen Hotel zusammenfinden, wirkt beinahe wie ein spätes Happy End – allerdings ohne falsche Nostalgie.

Foto: Wolfgang Stahr
„4 elements spa by Althoff“
Der kleine, aber sehr feine „4 elements spa by Althoff“ bietet drei Saunen, einen Pool mit Wasserfall, Erlebnis- und Schwallduschen, Ruheräume und Terrassen. Draußen ziehen Wanderer vorbei, Radfahrer starten ihre Touren, im Winter beherrschen Rodler und Langläufer die Szenerie.
Vielleicht ist das die größte Stärke des Ameron Neuschwanstein: Es kennt seinen Ort. Es will weder Schloss sein noch Kulisse, weder Museum noch Statement. Es ist ein Hotel, das Geschichte akzeptiert, Gegenwart zulässt und dem Gast genug Raum lässt, beides für sich zu entdecken.
www.ameroncollection.com/de/neuschwanstein-alpsee-resort-spa
