Texturen einer Weltenreise

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Cautiously Optimistic

(Text: Susanne Mendack) (Fotos: Jason Forcier)

Der amerikanische Künstler Jason Forcier verwandelt Eindrücke aus 23 Ländern in lebendige, abstrakte Malerei.

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After All

Wer Jason Forcier begegnet, spürt sofort: Dieser Künstler lebt in Bewegung. Nicht in hektischer, rastloser Manier, sondern im beständigen Fluss von Eindrücken, Farben und Formen, die er auf seinen Reisen sammelt. Er hat zahlreiche Länder bereist – von den farbenprächtigen Straßen Kubas über die verwitterten Türen Perus bis hin zu den kolonialen Fassaden Guatemalas. All diese Bilder speichert er nicht in Alben, sondern in Texturen, Linien und Farbflächen, die seine abstrakten Gemälde prägen.

Seine Leinwände wirken auf den ersten Blick spontan, fast wild. Doch im Detail offenbart sich eine bewusste Komposition: klare Linien, geometrische Formen und jene ruhigen Zonen, die dem Auge Atempausen schenken. „Ich möchte Bilder schaffen, die mich selbst überraschen“, erklärt Forcier. „Wenn ich vor einem Werk stehenbleibe und es ein zweites Mal anschauen muss, ist es gelungen.“

Die Kunst des Reisens in Schichten
Das Wesen seiner Kunst liegt im Schichten. Farbe über Farbe, Struktur über Struktur – und doch bleibt der Ursprung sichtbar. Fragmente des Untergrunds blitzen durch, wie Erinnerungen, die nicht vollständig übermalt werden können. So wird jedes Bild auch zur Erzählung über seinen eigenen Entstehungsprozess, ein sichtbarer Weg vom Anfang bis zum Ende.

Inspiration findet Forcier nicht nur im Reisen, sondern auch in der Natur seiner Heimat Kalifornien. Die Wälder rund um den Lake Tahoe, die Berge und das wechselhafte Licht spiegeln sich in seiner Farbpalette wider. Texturen, die an verwitterte Mauern erinnern, stehen neben klaren, fast architektonischen Formen. Es ist das Spannungsfeld von Chaos und Ordnung, das seine Kunst so lebendig macht.

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Lucid

Forcier beschreibt seinen künstlerischen Prozess als eine Form von Ruhe, ein Eintauchen in einen Zustand der Freude. Fehler sind für ihn keine Rückschläge, sondern Chancen: „Meine besten Werke sind aus den größten Irrtümern entstanden.“ Dieser Mut zum Loslassen ist Teil seiner Handschrift – und macht seine Bilder so nahbar.

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Wildest Dreams

In den letzten Jahren hat Forcier seine Werke in zahlreichen Ausstellungen gezeigt, von Kalifornien über Nevada bis nach Mexiko-Stadt. Ob in Galerien, auf Kunstmessen oder in unkonventionellen Räumen – seine Bilder ziehen Betrachterinnen und Betrachter in einen Dialog voller Energie und Tiefe.

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Jason Forcier ist ein Künstler, der das Reisen nie beendet – nicht geografisch, nicht künstlerisch. Seine Leinwände sind Karten einer inneren wie äußeren Expedition, voller Schichten, Geschichten und Farben, die den Betrachter tief beeindrucken.

www.jforcier.com